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Realisierungswettbewerb – Errichtung einer Dreifeldsportthalle mit Tribüne und Außengelände in Northeim

Städtebau und Äußere Erschließung

Die Halle positioniert sich mittig in Nord-Süd-Richtung auf dem Grundstück. Nördlich des Gebäudes wird ein städtisch ausgebildeter Vorplatz geplant, der zum Haupteingang führt und an dem eine Haltebucht für zwei Busse angeordnet wird. Der nordwestlich vorgesehene Parkplatz ist mit dem Vorplatz über einen Weg verbunden. Entlang der Halle setzt sich auf deren Westseite ein Grünzug fort, welcher an der Wallanlage der mittelalterlichen Innenstadt beginnt und zur nördlich gelegenen Rhume verläuft. Die Sporthalle und das Hallenbad rahmen diesen Grünzug städtisch ein und die sportlichen Nutzungen der Skateanlage, des Kletterturms und des Bolzplatz führen ihm Nutzungen zu, die ihn beleben.  Ein Nebeneingang der Halle sowie von außen zugängliche Räume für Außensportgeräte werden von diesem Grünzug aus erreicht. Östlich ist ein Notausgang vorgesehen, die Südseite ist ohne Zugänge ausgebildet.

Entwurf und innere Erschließung

Der Entwurf sieht eine Reihung von 5 gleichen, ca. 15m breiten Hallenabschnitten vor, welche das Foyer, die drei Hallensegmente und ein weiteres Segment mit flexibel verschaltbaren Gymnastikräumen aufnehmen. Jeweils an der Ost- und Westseite befinden sich kleinteilige, dienende Räume (Umkleiden, Geräteräume etc.), während die großflächigen Innenbereiche der Segmente offen und licht gestaltet sind. So werden Foyer und Gymnastikräume über transluzentes Profilbauglas wie durch eine innere Fassade voneinander getrennt, was den Eindruck der Durchlässigkeit des mittleren Bereichs unterstützt.

Transluzente und transparente Gläser werden auch für die Außenfassade in Kombination mit rotem Ziegel zueinander in ein Spannungsverhältnis gesetzt. Das schwere, irdene Material des Klinkers, typisch für die Gegend, wird in Teilbereichen ebenfalls durchbrochen, indem der Verband alternierend auf Abstand gemauert wird, so dass sich offene und geschlossene Bereiche abwechseln. Eine leichte Auskragung des Baukörpers über dem Haupteingangs im Norden sorgt für eine natürliche Überdachung des Eingangsbereichs. Oberhalb der östlich angeordneten, eingeschossigen Geräteräume vervollständigt das durchbrochene Mauerwerk die Kontur des Gebäudes an den Ecken, da es hier bis auf die Oberkante des Hallenteils hochgeführt wird. In diesem nicht überdachten Außenbereich können Technikeinrichtungen untergebracht werden. Profilbauglas ermöglicht blendfreie natürliche Belichtung der Halle. Durchbrochenes Mauerwerk sorgt für wartungsfreie Verschattung.

Der südlich gelegene Gymnastikbereich öffnet sich erdgeschossig über eine große, transparente Glasfassade ins Grüne und erlaubt den Blick Richtung der historischen Innenstadt. Westlich befindet sich im Obergeschoss eine breite Zone oberhalb der Tribünen, an dem entlang sich ein Balkon erstreckt, der zum Aufenthalt in Spielpausen genutzt wird. Zusammen mit der ebenfalls öffenbaren Fensterfassade auf der Ostseite kann hier eine natürliche Querlüftung hergestellt werden.

Über das Foyer, von dem ein separater Aufenthaltsbereich (mit eigener Bar) abgetrennt werden kann, gelangt man über die Haupttreppe und einen Aufzug zu den zwei Tribünen (836 Sitzplätze, 215 Stehplätze). Eine Nebentreppe im Süden des Gebäudes entspannt die innere Erschließung insbesondere bei größeren Sportereignissen. Die Tribüne besteht aus einem festen und einem beweglichen Teil und wird sowohl von oben, als auch von unten barrierefrei erschlossen. Ein Hausmeisterraum im Eingangsbereich überblickt Foyer und Vorplatz. Zwei WC-Anlagen im Obergeschoss trennen die Besucherströme in den Pausen und verhindern die Bildung von langen Warteschlangen.

Foyer, Dreifeldhalle und Gymnastikhalle können jeweils unabhängig voneinander erschlossen und genutzt werden. Die drei Hallensegmente und die Gymnastikräume werden über schwere, doppelt gehängte Vorhänge (deckengebunden) getrennt und können so insbesondere im Schulsportbetrieb auch einzeln genutzt werden.